Perlenwettbewerb – Modeschmuck vor 40.000 Jahren?

Ihre Ideen, Ihre Kunstfertigkeit und Ihr handwerkliches Geschick sind gefragt!

Das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren lädt Sie zu einem Wettbewerb ein: Hunderte von zum Teil nur millimetergroßen Mammutelfenbeinperlen, darunter viele Doppellochperlen, wurden in den archäologischen Fundstellen auf der Schwäbischen Alb gefunden.

Ihre Aufgabe: Wie könnten die Doppellochperlen verwendet worden sein? Waren sie Teil einer Kette, einer Brosche, eines Armbandes? Schmückten Sie Taschen oder Kleidung, dienten sie zur Raffung oder waren sie in Haarnetze geknotet? Lassen Sie ihrer Fantasie freien Lauf, denken sie praktisch und kunsthandwerklich.

Grundmaterial: SuperDuoPerlen 5 Millimeter in Elfenbeinweiß

Zusatzmaterial: Die Doppellochperlen können durch weitere steinzeitliche Perlen- und Schmuckelemente ergänzt werden wie Tierzähne, Muscheln, Ammoniten/ Fossilien, Knochen- und Elfenbeinperlen und vergängliche Materialien wie Holz, Federn, Leder, Ton, Samen und Beeren. Fimo kann als Ersatzmaterial verwendet werden.

Wettbewerbskriterien Beurteilt werden: - Handwerkliche und technische Ausführung - Kreativität und Ideenreichtum - Die Verwendung des Materials - Die archäologische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Schicken Sie zwei bis drei Fotos ihrer Werkstücke auf neutralem Hintergrund, dabei auch Details. Bitte keine Fotos mit Personen. Auflösung 300 dpi. Eine vierköpfige Jury aus den Bereichen Archäologie, Kunst und Design prämieren die Einsendungen. Mit der Einsendung stimmen Sie der Veröffentlichung und der Nutzung der Fotos durch das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren ohne zeitliche und örtliche Beschränkung zu. Ausgewählte Werke werden auch in Facebook vorgestellt.

Einsendeschluss: 30. April 2018

Einsendungen an: info@urmu.de

Jury: Gisela Dentler Dentler Goldschmiede Ulm Dr. Stefanie Kölbl Urgeschichtliches Museum Blaubeuren Friedrich Palmer Künstler und Archäo-Techniker Dr. Sibylle Wolf Archäologin, Universität Tübingen und Senckenberg Institut

Preise: 1. Platz Mammutelfenbeinanhänger nach urgeschichtlichem Vorbild von Bernhard Röck (Elfenbeinschnitzer) 2. Platz Anhänger der Venus vom Hohle Fels aus Silber 3. Platz Mammutelfenbeinohrringe nach urgeschichtlichem Vorbild von Bernhard Röck 4. – 10. Platz Je ein Buch Weltkultursprung, Hg: Georg Hiller und Stefanie Kölbl

Zusatzinformationen: Vor 40 000 Jahren besiedelten die ersten anatomisch modernen Menschen die Schwäbische Alb. Höhlen im Ach- und Lonetal waren ihre winterlichen Wohnstätten. Heute sind sie Fundorte der ältesten figürlichen Kunst weltweit und seit 2017 UNESCO-Weltkulturerbe. Neben Tierdarstellungen und Musikinstrumenten wurden hunderte Doppellochperlen und andere Schmuckperlen aus Mammutelfenbein entdeckt. Doppellochperlen, die nur hier in der Region hergestellt wurden, bezeugen eine 6000 Jahre andauernde Kultur. Diese fein gearbeiteten Perlen mit zwei winzigen Löchern sind in ihrer Funktionalität rätselhaft. Der verdickte, gerundete Mittelsteg widerspricht einer Nutzung als Knopf. Die Benutzungsspuren deuten auf eine Anbringung des Fadens mit einem Zug nach außen hin, denn oft sind die Perlenlöcher zum Rand hin ausgebrochen. Weitere Schmuckformen: In der weiteren kulturellen Entwicklung der Jüngeren Altsteinzeit erscheinen in den Fundhöhlen der Schwäbischen Alb auch Anhänger aus Muscheln, Gagatperlen, Hämatitscheiben und Ammoniten.