Perlenschatz entdeckt

Von tänzerischem zu perlenmalerischem Ausdruck
Andrea Ott | 9. Aug, 2017

Begleiten Sie uns auf eine Entdeckungsreise zu einer außergewöhnlichen Sammlung, einer prunkvollen Gesamtkomposition, in der Samt und Perlen die Hauptrollen spielen. Sie schauen auf Gemälde, Möbel und textile Accessoires mit Millionen von Perlen bestickt. An den weißen Wänden hängen gerahmte Gemälde – nicht in Öl oder Aquarell, dafür dreidimensional wie pastos „in Perlen gemalt“.
Dorothea Therese Plenhart, geboren 1924 in Danzig-Ohra (damals Freistaat mit hauptsächlich deutschsprachiger Bevölkerung, heute zu Polen gehörend), ist die Schöpferin dieser Werke. Schon als kleines Mädchen spielt sie gerne mit Perlen und Knöpfen, bestickt die Kleider ihrer Puppe, lernt Stepptanz und Ballett.
In Bochum eröffnet sie in den 60er-Jahren ihre Ballettschule. Durch einen Bühnenunfall in jungen Jahren hat sie eine Knieverletzung, die nicht ausgeheilt ist und die sie in der freien tänzerischen Bewegung behindert. Doch sie konzentriert sich auf das, was sie kann: Sie entwirft Choreografien für Bodenturner, Turniertänzer und Eiskunstläufer, organisiert Ballettmatinéen, entwirft Kostüme für die Aufführung bei Festspielen, z. B. den Ruhrfestspielen.
Ende der 60er folgt sie ihrem neuen Lebenspartner nach ’s-Hertogenbosch in den Niederlanden. Als eine Persönlichkeit von starker Willenskraft und Disziplin ist Dorothea Therese durchdrungen von dem Wunsch, künstlerisch tätig zu sein. Sie kehrt zurück zu einem Medium, in dem die körperliche Kraft keine Rolle spielt: die Welt der Glasperlen. Und sie stickt und stickt – bis sie ein komplettes „Perlenzimmer“ erschaffen hat. Unermüdlich kauft sie Perlen und Garne/Fäden, Nadeln, Filz, Samt, Bilderrahmen.
2015 verstarb die unermüdliche Künstlerin 90-jährig. Ihr Œuvre – rund 40 Gemälde, das erwähnte Zimmer, Schmuck und Dekoartikel – wurde erst nach ihrem Tod „entdeckt“. Dorothea Therese Plenharts dreidimensionale Perlenmalerei verdient Anerkennung und einen würdigen Ort, wo sie sich in ihrer Schönheit entfalten kann.

Haben Sie Ideen/Vorschläge zum Verbleib, zur Ausstellung oder sind am Kauf interessiert, so schreiben Sie bitte an redaktion@perlen-poesie.de, wir leiten Ihre E-Mail unverzüglich an die Tochter der Künstlerin weiter.