03 Editorial
04 Inhalt
06 Fundstück der Saison
08 News | Termine
10 Laura Andrews: Cosmic Nature
22 Tri-Angle-Weave-Kurs
43 Silvia Winterstein – PHP und Perlen
62 Leserbriefe
63 Tipps und Tricks
63 Neue Bücher
64 Glasperlen und Gold
70 Perlenladenverzeichnis
92 Wer bestimmt die Farben!
94 Sabine Lippert: Voll auf Perle
98 Vorschau/Impressum
24 Armband „Rainbow-Lace-Cuff“
27 Halskette „Eon“
32 Armband „Die Zauberflöte“
34 Armband „Rococo“
39 Schlüsselanhänger mit Perlenkugel
40 Halsschmuck „Ashes“
42 Ohrringe „Mondphase“
48 Armband, Kette „Zipper Necklace“
49 Halsschmuck „Pearl Pizzicato“
52 Titelanleitung „Cosmic Deco“
74 Kette „Chloris“
75 Armband „Sweetheart Ladder“
83 Armband „Sternenspitze“
85 Halskette „Duett“
86 Halsschmuck „Tautropfenblüte“
Bescheiden im Auftreten, aber oho. Die Frau hat was los!“ So wurden wir eingestimmt auf unseren Besuch bei Silvia. Warum wir diese in der deutschen Perlenhäkel-Gemeinde buchstäblich jedem bekannte Dame besuchen wollen? Deshalb! Silvia Winterstein wohnt in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart, ist Mutter zweier erwachsener Kinder, gelernte Buchhändlerin, arbeitet vormittags im gemeindepsychiatrischen Zentrum, nachmittags in der Organisation des Volkshochschulverbandes, der Abend wird aufgeteilt in Forumsarbeit am Computer und Herstellung von Perlenschmuck. Deutschsprachige Perlenhäklerinnen mit Internet-anschluss verdanken ihr den Zusammenschluss zu einer riesigen Gemeinde, die sich austauscht, trifft, Wettbewerbe veranstaltet und gegenseitig inspiriert.
Wie kam es dazu? Lassen wir sie selbst erzählen: „Ich wurde auf Umwegen von der ‚Häkelmuse’ geküsst. Meine Liebe galt von jeher den Süßwasserperlen. Doch als Kind hatte man mir eingeprägt, dass man erst als reife Dame ab 40 so etwas tragen kann. Als ich 40 wurde, sah ich mich nach schönen Perlen und Ketten um und bin dann automatisch bei „E-bay“ gelandet.
Die sehr teuren Ketten, die ich mir kaufte, habe ich genauer angeschaut und mir gesagt, die müsstest du eigentlich auch selbst machen können. Das habe ich dann getan.
Bei der Perlensuche bin ich fast zwangsläufig auf winzig kleine Perlen gestoßen, die Rocailles. Niemals, dachte ich mir, werde ich damit arbeiten! Beim Stöbern im Internet habe ich dann allerdings diese Schlauchketten aus winzigen Perlen gefunden.
Das Ende vom Lied war, dass ich sie mir doch gekauft und versucht habe, mir so einen Schlauch in Netztechnik zu nähen, was bedeutete, Tausende Perlen aufzunähen. Ich hatte total zerstochene Finger. Ich sah, dass es auch gehäkelte Ketten gibt, doch Ende der Neunziger war keine Anleitung im Internet dafür zu finden. Irgendwann hatte ich mir diese Anleitung mit viel Probieren selbst erarbeitet.
Bloß aufheben, dachte ich, damit, was seit Jahrzehnten nicht mehr bekannt ist, jetzt bleibt und anderen zur Verfügung steht. Ja, dann habe ich ungefähr 2004 meine erste Webseite erstellt. Ich habe einfach hingeschrieben, wie man solche Ketten häkelt, ein paar Fotos dazu und meine E-Mail-Adresse. Zu meiner Verblüffung bekam ich sofort E-Mails, in denen sinngemäß stand: Ich dachte, ich wäre allein mit diesem Hobby! Alle machen sich lustig über mich, niemand kennt das.’ Es wurden immer mehr.
Ich habe dann auf meiner Webseite darum gebeten, mir Fotos von selbstgemachten Häkelketten zu schicken, um sie zu veröffentlichen. Die Sache ist praktisch explodiert. Ich habe angefangen, die Seiten zu strukturieren und zu unterteilen. Von überall meldeten sich Frauen,