Wissen - Kleine Fadenkunde

Heft–03

03 Editorial
04 Inhalt
06 Fundstücke der Saison
08 News | Termine
10 Huib Petersen
22 Peyote-Kurs
50 Spiel mit Perlen und Filz
68 Vom Zeitgeist geprägt - Perltaschen
82 Wissen: Kleine Fadenkunde
86 Perlenladenverzeichnis
90 Natacha Wolters
94 Vorschau/Impressum

Anleitungen

26 Mosaikarmband
28 Armband "Phantom der Oper"
32 Perlbox "Carmen"
35 Halskette "My Fair Lady"
37 Kette, Ohrhänger "La Traviata"
41 Armband "Zauberflöte"
43 Kette "Dalliance"
45 Kragen-Lariat "Blue Bird"
48 Schwingender Schmuck
49 Halskette "Wilde Fädelei"
56 Titelanleitung "Autumn's Glory"
64 Handschmuck "Skylla"
74 Schmuck-Ensemble "Snowflake"
85 Armband Atención"

196 Schmuckdraht: leicht aufzuziehen und haltbar. Das Foto zeigt das 7-strängige „Tigertail“.

190 Schmuckdraht: leicht aufzuziehen und haltbar. Das Foto zeigt das 7-strängige „Tigertail“.

Haben Sie auch schon im Fachgeschäft gestanden, sich über das riesige Angebot an Fädelgarnen gewundert und nicht gewusst, wie Sie sich entscheiden sollen? Ihnen ist dabei hoffentlich nicht der Geduldsfaden gerissen! Wenn ich, Saori Abe-Schröder, als Verkäuferin in einem Perlengeschäft nach „Garn für eine Kette“ gefragt werde, frage ich zurück: „Was für eine Kette möchten Sie denn machen?“ Denn die Art der Kette bestimmt die Wahl des Garns.

Leider kann ich hier nicht, über alle verfügbaren Garne und Drähte informieren, doch ich werde Ihnen die grundlegenden Materialien vorstellen und die wichtigsten Unterschiede erklären.

Schmuckdraht

Nehmen wir mal an, Sie möchten eine lange Kette mit größeren Glasperlen anfertigen. Mein erster Vorschlag wäre „Tigertail“ oder „Flexible Wire“. Diese werden aus gedrehtem Edelstahl hergestellt. Das sogenannte „Tigertail“ hat 3 bzw. 7 umeinander gedrehte Stahlstränge, es ist fest und dabei einigermaßen beweglich. Stellen Sie sich einfach ein Miniatur-Stahlseil vor. Es gilt die Faustregel: Je mehr Stränge ein Schmuckdraht hat und je weicher er dadurch ist, desto teurer ist er auch. So ist 3-fach gedrehter Draht im Vergleich zu Drähten mit mehr Strängen relativ starr. Bei größerem Durchmesser des 3-strängigen Drahts verstärkt sich die Starrheit. Solch relativ unbeweglicher Draht empfiehlt sich besonders, wenn das fertige Schmuckstück in Reifenform um den Hals liegen soll. Da Sie aber eine lange Kette machen wollen und große, schwere Glasperlen gewählt haben, sollten Sie besser zu 7-strängigem Schmuckdraht greifen. Das ist eine kostengünstige Variante. Soll die Kette noch weicher fallen und in sich flexibler sein, nehmen Sie Schmuckdraht mit 19 oder 24 Strängen, der sich eher an Ihren Körper schmiegt. Man kann sogar Schmuckdraht mit 49 Strängen bekommen. Um an eine Schmuckdrahtkette einen Verschluss anzubringen, wird meistens mit Quetschperlen gearbeitet. Draht ist leicht zu handhaben und sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet.

Perlseide

Eine andere Möglichkeit, Perlen aufzuziehen, ist, mit Naturseide zu arbeiten, die traditionell von Juwelieren für Schmuckstücke aus Zucht- und Süßwasserperlen benutzt wird. Um Perlen aus Glas, Metall oder Stein aufzufädeln, empfehle ich die Art von Nylon- oder Perlonfäden, die Perlseide genannt wird. Hochwertige Perlen werden oft geknotet. Eine geknotete Kette bietet zum einen mehr Sicherheit, denn sollte sie zerreißen, rutschen nicht gleich alle Perlen zu Boden, zum anderen ist sie beweglicher – die Kette schmiegt sich gut an und die einzelne Perle kommt besser zur Geltung. Außerdem behält sie ihre Form, denn durch die Knoten entstehen zwischen den einzelnen Elementen auch nach längerer Zeit